Unser Programm für den Hochtaunuskreis 2021-2026

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I. Mobilität

Mobilität ist eines der zentralen Themen – nicht nur im Hochtaunuskreis. Sie kennt keine Kreis- und keine Landesgrenzen. Täglich pendeln tausende Bürgerinnen und Bürger von ihrem Wohnort zu ihrer Arbeitsstätte. Der Druck auf den Öffentlichen Personennahverkehr sowie auf den Individualverkehr nehmen stetig zu. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren jedoch der Fokus verschoben. Nachhaltige und innovative Angebote werden immer stärker nachgefragt. Dabei steht die Reduzierung von Abgasen, Lärm und Ressourcen im Vordergrund. Wichtig ist, den Umstieg sowohl innerhalb des Individualverkehrs als auch vom Auto zum ÖPNV attraktiv zu gestalten.

a. Öffentlichen Personennahverkehr besser strukturieren und weiterentwickeln
Der Hochtaunuskreis verfügt bereits über ein gut erschlossenes Bahn- und Busnetz. Doch auch dieses stößt immer mehr an die Grenzen, vor allem zu den Stoßzeiten. Daher setzen wir uns für Kapazitätserweiterungen ein. Ein wichtiger Schritt hierbei ist die Elektrifizierung der S5 zunächst bis nach Usingen, im zweiten Schritt bis nach Grävenwiesbach. Auch eine weitere Verlängerung der Taunusbahn Linie über Brandoberndorf hinaus in Richtung Weilburg soll intensiv geprüft werden.

Aber auch die Regionalbahn von Königstein nach Frankfurt (Hbf) bedarf einer Optimierung. Wir unterstützen die Planungen nicht nur auf dieser Strecke mit Wasserstoffzügen nachhaltige und klimaschonende Mobilität zu schaffen.

Ein weiterer Meilenstein ist die Regionaltangente West. Wir unterstützen die Planungen den Hochtaunuskreis direkt an den Flughafen Frankfurt anzubinden. Grundsätzlich befürworten wir zudem, eine Ringverbindung um Frankfurt herum zu schaffen, um den Frankfurter Citytunnel zu entlasten und eine umsteigefreie Reise zu gewährleisten.

Wichtig ist uns jedoch auch, die Kommunen gut anzubinden, die über keinen Anschluss an das Bahnnetz verfügen. Wir setzen uns für ein attraktives und zuverlässiges Busnetz ein, dass den Bürgerinnen und Bürger einen sicheren Transport sowie eine möglichst hohe Taktdichte mit guten Anschlussverbindungen und Umsteigezeiten bietet. Verstärkt möchten wir uns für X-Bus-Linien einsetzen, wie sie bereits erfolgreich im Usinger Land und im Vordertaunus zum Einsatz kommen. Hierbei sollen insbesondere die Verbindungen in die Wetterau, Richtung Wetzlar und in Richtung Wiesbaden gestärkt werden. Dadurch sollen die Dauerstaus reduziert werden. Um die Bürgerinnen und Bürger hin zum ÖPNV zu bewegen, wollen wir die Aufenthaltsqualität an den Bahnhöfen und in den Zügen bzw. Bussen erhöhen. Ebenso werden wir uns weiter für den Erhalt des etablierten und gut angenommenen Nachtbusnetzes sowie dem Ausbau auch in den späten Abendstunden verkehrender Bahnverbindungen einsetzen. Wir wollen einen ÖPNV, in dem sich die Nutzenden sicher fühlen.

b. Individualverkehr
Im Hochtaunuskreis spielt der Individualverkehr eine wichtige Rolle: Der Automobilbesitz ist mit 702 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner überdurchschnittlich hoch und nimmt damit den 5. Platz in Deutschland ein. Uns ist es für die Menschen, für die Pendler und nicht zuletzt wegen der Schäden für unser Klima durch Staus wichtig, dass auch diese Verkehre gut und flüssig laufen. Daher setzen wir uns für gut ausgebaute Kreisstraßen ein.
Die B456 samt der PPR-Kreuzung ist nach wie vor ein Nadelöhr zwischen dem Usinger Land und dem Vordertaunus. Als Hauptverbindungsachse kommt es zu täglichen Staus auf der Saalburgchaussee sowie der Hohemarkstraße zwischen A661 und der PPR-Kreuzung. Durch den kleinen Ausbau der Kreuzung wurde schon eine Verbesserung erzielt, die jedoch noch nicht zur endgültigen Auflösung der Staus beitragen konnte. Daher wollen wir weiter mögliche Lösungen bewerten und umsetzen. Ähnliches gilt auch für die B8.

Der Radverkehr ist ein wesentlicher Teil des Straßenverkehrs. Durch die unterschiedliche Topografie im Hochtaunuskreis ist eine besonders genaue Betrachtung der Wege von Nöten. Gemeinsam mit den Kommunen streben wir eine Umsetzung von Radwegen unter starker Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an. Dabei soll das Wohl aller Verkehrsteilnehmer, auch auf landwirtschaftlichen Wegen bedacht werden. Radwege, auch über weitere Strecke wie zum Beispiel Verbindungswege vom Usinger Land in den Vordertaunus und Richtung Frankfurt sollen modernisiert oder neu gebaut werden. Wir setzen uns dafür ein, dass bei Sanierung von Kreisstraßen Fahrradwege in Abstimmung mit den anliegenden Kommunen ausgebaut werden. Durch E-Bikes nimmt der Radverkehr auch auf dem Taunuskamm stetig zu. Vor allem überörtliche Wege spielen eine wesentliche Rolle, dabei dürfen Kreisgrenzen kein Hindernis sein.

Ein wichtiger touristischer Aspekt ist der Weiltalweg. Der Zustand des Weges ist an manchen Punkten suboptimal. Wir möchten den Freizeitwert des Kreises und die Nutzung des Weges steigern und stehen für eine Modernisierung der Strecke.

c. Neue Mobilität
Die bereits vorhandenen Mobilitätsangebote wollen wir ergänzen mit neuen und innovativen Lösungsansätzen. Rad- und Car-Sharing Angebote, mit On-Demand Buchungsmöglichkeiten bieten benutzerfreundliche Potenziale auf den eigenen PKW zu verzichten. Wichtig ist es dabei, die Nutzer auf diesem Weg mitzunehmen, da nur gemeinsam neue Wege erfolgreich beschritten werden können. Ein wichtiger Baustein ist dafür die E-Mobilität. Wir wollen dafür sorgen, dass das Netz von Ladestationen für Elektrofahrzeuge jeder Art weiter ausgebaut wird. Wir setzen uns neben der Elektrifizierung der Taunusbahn auch für eine Umrüstung der Busflotte des Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) ein. Hierbei möchten wir jedoch auch andere Antriebsformen, nicht außer Acht lassen. So können insbesondere die nachhaltigen mit Wasserstoff betriebenen öffentlichen Verkehrsmittel zum Einsatz kommen, wie in Bad Homburg schon im Testverfahren praktiziert wird. Dort gibt es bereits auch eine Wasserstoff-Tankstelle. Wasserstoffantriebe sollten auch in der Entwicklung des Individualverkehrs im Blick bleiben.

Um auch im ländlichen Raum bedarfsgerechte, öffentlich Mobilität zu gewährleisten, soll in den nächsten Jahren die Möglichkeiten des autonomen Fahrens als Ergänzung zum Busverkehr geprüft werden.

Nicht nur dafür, sondern auch zur Steigerung der Aufenthaltsqualität ist der Ausbau eines leistungsfähigen Mobilfunknetzes entlang der Strecke und die Installation von WLAN in den Zügen von Bedeutung.

Auch neue Ansätze und Ideen müssen weitergedacht werden. Die Studie zu möglichen Seilbahntrassen ist hier ein gutes Beispiel. Wir wollen auch weiter innovative Ideen aufnehmen, auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit prüfen und bei positiven Ergebnissen umsetzen.

Insgesamt geht es uns bei der neuen Mobilität darum, die vorhandenen und neuen Möglichkeiten der Mobilität gut miteinander zu verknüpfen und über praktikable Umsteigemöglichkeiten die persönliche Mobilität auch ohne eigenen PKW zu verbessern.

II. Umwelt und Energie

Als CDU Hochtaunus setzen wir uns schon lange für den Klimaschutz ein. Bereits 1996 ist der Hochtaunuskreis mit unserer Unterstützung dem Klima-Bündnis beigetreten. Aus dieser Mitgliedschaft gehen einige Selbstverpflichtungen einher, die die Reduktion von Treibhausgasen begünstigen sollen. Bis 2030 sollen die Emissionen pro Einwohnerin und Einwohner halbiert werden (im Vergleich zum Jahr 1990). Derzeit liegt der Treibhausgasausstoß im Hochtaunus rund 20 % niedriger als der nationale Durchschnitt. Dies ist ein guter Zwischenerfolg, der auf weitsichtige Maßnahmen und frühzeitiges Handeln zurückzuführen ist.

Aber auch im Hochtaunuskreis gibt es noch einige Verbesserungspotenziale - vor allem im Bereich der Mobilität. Deshalb sind kluge Handlungsstrategien gefragt, diese sind für uns zielführender als Verbote. Wir setzen uns für finanziell gut ausgestattete Förderprogramme ein, die mit Hilfe moderner Technik und der Digitalisierung uns in die Lage versetzen, so schnell wie möglich klimaneutral zu werden. Mit der Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes auf Kreisebene sollen die verursachten CO2 Emissionen erfasst, die Energieverbräuche bilanziert und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung vorgeschlagen werden. Das langfristige Ziel ist dabei, die CO2 Emissionen auf netto null Emissionen zu reduzieren. Bei der Erstellung des Konzepts wollen wir im Sinne einer nachhaltigen und transparenten Klimapolitik auch die Bürgerinnen und Bürger, die heimische Wirtschaft und die Wissenschaft einbinden. Denn Klimaschutz geht uns alle an und nur gemeinsam können wir hier etwas bewegen. E-Mobilität, zusätzliche Ladestationen und das Angebot von Carsharing sowie mietbare E-Roller, z. B von März bis Oktober, die Umstellung auf schadstoffarme, leise Busse, die Elektrifizierung der Taunusbahn, der Einsatz von Wasserstoffzügen, die Umrüstung auf moderne, emissionsarme Heizsysteme.

a. Vergabe nachhaltig gestalten
Ausschreibungen der Kreisverwaltung unterliegen strengen Vorgaben. Hierbei ist es uns wichtig, dass die Kriterien der Vergabe nachhaltig gestaltet werden. Dazu zählen sowohl ökologische, innovative als auch soziale Aspekte, unter denen die Qualität jedoch nicht leiden darf. Hier kommen als umweltbezogenen Aspekte zum Beispiel die Auswahl geeigneter Transportwege oder Verpackungsvermeidung in Betracht. Als soziale Aspekte die Förderung von Frauen bei den Auftragsausführungen, die Quote der Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen. Von besonderer Bedeutung ist uns dabei, dass die kommunalen Aufträge durch mittelstandsfreundliche Vergaben und Ausschreibungen auch insbesondere die örtlichen Betriebe berücksichtigen.

b. Stärkung des Naturpark Taunus
Mit seinen rund 135.000 Hektar ist der Naturpark Taunus der zweitgrößte Naturpark Hessens und zieht jährlich 18 Millionen Besucher an. Dank des Naturparks Taunus ist der Zugang zu der wundervollen Landschaft für alle Bürgerinnen und Bürger umweltverträglich möglich. Zahlreiche Wanderwege bieten Naherholungs-möglichkeiten und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Um die Natur nicht zu überstrapazieren ist ein achtsamer Umgang nötig.

Wir setzen uns für eine nachhaltige Umweltbildung gemeinsam mit dem Naturpark Taunus, Hessen Forst und unseren Schulen ein. Hierfür benötigt der Naturpark Taunus die nötigen finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen. Aber auch die Schulen benötigen Zuschüsse für Projekttage im Wald. Damit wollen wir zur Pflege und zum Erhalt der Schönheit des Taunus beitragen.

c. Verantwortungsvoller Umgang mit der Wasserversorgung
Durch lange Trockenzeiten wird die Wasserversorgung zunehmend knapper. Daher müssen wir alle verantwortungsbewusst und sparsam mit den Wasserreserven umgehen, denn die eigenen Quellen und Brunnen decken nicht mehr vollständig den hiesigen Wasserbedarf. Hierfür müssen wir kreisweit zusammenarbeiten und aufeinander Rücksicht nehmen. Aber auch durch neue Kreislaufsysteme, Brauchwasser- und Regenwassernutzung können Einsparungen beim Trinkwasser erreicht werden. Wir setzen uns für alternative und innovative Systeme ein.
Darüber hinaus wollen wir uns auch um die verstärkte Rückhaltung von Regenwasser kümmern. Die Untere Wasserschutzbehörde kann hier über Beratungsangebote oder Veranstaltungen zu den Möglichkeiten der Regenwasserrückhaltung und der Gestaltung öffentlicher Räume unterstützend wirken, um gemeinsam mit den Städten und Gemeinden einen effektiveren Umgang mit Regenwasser zu gewährleisten.

d. Effiziente und nachhaltige Energie
Um den Energieverbrauch und den damit verbundenen CO2-Ausstoß zu reduzieren, müssen alle Bürgerinnen und Bürger umsichtiger und bedachter mit dem Stromverbrauch umgehen. Wichtig hierfür ist eine solide Umweltbildung. Kenntnisse über Energiegewinnung und -verbrauch sowie ein bedachter Umgang mit Energie, erzeugen ein stärkeres Bewusstsein als Verbote. Zur Verbesserung der Bilanz sind Energieeffizienz und erneuerbare Energien maßgebliche Faktoren. Wir stehen für die Fortführung und ständige Verbesserung der vorbildlichen Bauweise bei kreiseigenen Gebäuden, wie z.B. Niedrigenergiebauweise oder Sonnenkollektoren auf den Dächern, wodurch eine um 30 % höhere Energieeffizienz erreicht wird.

e. Aufforstung
Aufgrund der dramatischen Entwicklungen in unseren Wäldern durch die zunehmende Trockenheit und den Borkenkäferbefall in den letzten Jahren sind unserer Wälder zunehmend in Gefahr. Dem wollen wir entgegenwirken. Wir setzen uns für eine sinnvolle Aufforstung des Taunus ein. Diese muss unter ökologischen und ökonomischen Aspekten durchgeführt werden in Abstimmung mit dem Naturpark Taunus, Hessenforst und den betroffenen Kommunen. Der Hochtaunuskreis setzt sich für ein Pilotprojekt ein, um ein wissenschaftlich begleitetes Aufforstungsprojekt zu initiieren. Ziel muss ein widerstandsfähiger Wald sein, der sich in das bestehende, regionale Ökosystem einfügt. Dies ist elementar für den Erholungsfaktor im Naturpark Taunus. Wir wollen den Tieren und Pflanzen einen guten Lebensraum bieten und die Biodiversität anstelle von Monokulturen fördern. Diese benötigen wir, um den natürlichen Wasserkreislauf am Leben zu halten. Vor allem der Waldboden von Laubbäumen bindet Stickstoffe und filtert diese.

f. Landwirtschaft
Auf 30 Prozent der Fläche des Hochtaunuskreises wird Landwirtschaft betrieben. In der öffentlichen Wahrnehmung scheinen Landwirte immer weiter in den Hintergrund zu rücken. Wir schätzen und wissen um die Bedeutung unserer Landwirte für unsere regionalen Produkte und Kulturlandschaft. Ebenso sind sie ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor und Arbeitgeber. Auch hier stehen wir vor großen Herausforderungen: Die Landwirte sind ein wichtiger Partner, um Lebensräume für Insekten zu erhalten und neue zu schaffen. Hierbei sind aber auch die Bürgerinnen und Bürger gefragt, die aktiv durch Anpflanzung von heimischen Blühpflanzen die Insekten unterstützen können.

Zudem benötigen wir eine erhöhte Sensibilität im Bereich der gemeinschaftlichen Nutzung der landwirtschaftlichen Wege und gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Fußgängern bzw. Radfahrern und dem Agrarwesen.

Das Wissen um die Bedeutung der Landwirtschaft nimmt in der modernen Gesellschaft stetig ab. Um diesem Trend entgegenzuwirken setzen wir uns für eine starke Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung ein. Um ein positives Bild der Landwirtschaft zu zeichnen, setzen wir auf Angebote wie die Kreistierschau auf dem Laurentiusmarkt in Usingen und den Lernbauernhof in Ober-Eschbach.

g. Abfallentsorgung
Die Abfallentsorgung steht im Mittelpunkt von Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Dabei gilt zunächst das Bemühen, Abfälle zu vermeiden. Trotz aller Erfolge des produzierenden Gewerbes wird es immer einen Rest an Abfällen geben, der entsorgt werden muss. Dabei wird die Trennung in Wertstoffe, Bioabfall und Restmüll noch wichtiger werden. Der Kreis hält die entsprechenden Verwertungskapazitäten bereit und organisiert die Entsorgung der unverwertbaren Reste lokal auf der Deponie Brandholz bei Neu-Anspach. Die lokale Entsorgung vermeidet Mülltourismus mit langen Transportwegen und sichert stabile Abfallgebühren. Für die Bürgerinnen und Bürger muss eine Abfallentsorgung unter den Aspekten der Nachhaltigkeit, Regionalität und Gebührensicherheit auch in Zukunft sichergestellt werden.

III. Gesundheit

a. Grundsätzliche Herausforderungen - Struktur der Gesundheitsversorgung

Die Herausforderungen der Coronapandemie haben gezeigt, dass es wichtig ist, dass es nicht nur zentrale und große Krankenhäuser gibt, sondern auch die dezentrale ärztliche Versorgung der Menschen vor Ort in besonderem Maße von Bedeutung ist. Ohne den Erhalt auch kleiner Krankenhäuser, wie beispielsweise der Hochtaunus-Kliniken oder des Krankenhauses St. Josef in Königstein sowie eine Facharztdichte auch in den ländlichen Räumen unseres Kreises würde unser Gesundheitssystem sehr viel schneller an seine Grenzen und darüber hinauskommen. Die Hochtaunus-Kliniken gGmbH sollen auch künftig in der kommunalen Trägerschaft bleiben. Es muss sichergestellt werden, dass die Ausstattung der Pflege an den Hochtaunus-Kliniken auf einem hohen Standard verbleibt.

Für den Hochtaunuskreis kann festgestellt werden, dass grundsätzlich die ärztliche Versorgung im Hochtaunuskreis gut ist – die Verteilung der Praxen jedoch nicht. Im Usinger Land haben viele Praxen mit Nachfolgeproblemen zu kämpfen. Wir setzen uns für eine langfristige Sicherung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum ein. Mit der Unterstützung des Projekts „Landpartie 2.0“ wollen wir junge Medizinerinnen und Mediziner für das Usinger Land und für die Tätigkeit als Landärztin und Landarzt zu begeistern.

Um die ärztliche Versorgung im Usinger Land sicherzustellen, wollen wir Ärzte bei der Ansiedlung unterstützen und durch Zusammenschlüsse Synergien schaffen.
Der Erhalt einer gesunden ärztlichen Versorgung mit haus- und fachärztlicher Praxen im gesamten Hochtaunus ist unser Ziel. Wir setzen uns darüber hinaus für die Einführung einer Kinder-Notfallversorgung zusammen mit der Stadt Bad Homburg am Krankenhausstandort Bad Homburg mit dem Ziel der Einrichtung einer Kinderklinik ein. Als ersten Schritt könnte eine kinderärztliche Notfallambulanz geschaffen werden, um den Eltern eine Alternative bieten zu können.

b. Demographischer Wandel und Senioren
Die ärztliche Versorgung vor Ort ist, natürlich auch neben der Versorgung mit den täglichen Bedarfsartikeln in einer Zeit, in der die Menschen immer älter werden und damit auch die Mobilität nachlassen kann, von besonderer Bedeutung. Bei einer immer stärkeren Zunahme der Verkehrsbelastung und damit auch der Überlastung von Straßen ist es wichtig, dass wohnortnahe Versorgung sichergestellt wird. Dies gilt natürlich auch für diejenigen, die stationär versorgt werden müssen und sich über Besuche und Unterstützung freuen. Gerade die notwendigen Einschränkungen in Coronazeiten haben gezeigt, wie wichtig dies für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger unter anderem in Pflegeheimen und Krankenhäusern ist. Auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels setzen wir uns für eine weitere Stärkung des Kompetenzzentrums Geriatrie im Krankenhaus St. Josef in Königstein ein.
Wir setzen uns aber auch für wohnortnahe ambulante Angebote in der Versorgung von Senioren ein. Hier unterstützen wir einen weiteren Ausbau von Familienzentren und Tagespflegeeinrichtungen, um pflegende Angehörige zeitweise zu entlasten und mit Beratungsmöglichkeiten zu unterstützen.

c. Erhalt und Stärkung der Klinikstandorte
Insbesondere aus den vorgenannten Überlegungen resultiert unsere Überzeugung, dass Gesundheit Aufgabe der öffentlichen Hand ist. Kommunale Krankenhäuser tragen elementar zum Erhalt der Gesellschaft bei, da hier nicht nur nach Umsätzen, sondern insbesondere der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger geschaut, geplant und gehandelt wird. Deshalb setzen wir uns für die drei Standorte der Hochtaunus-Kliniken gGmbh ein: Mit dem Neubau in Bad Homburg und Usingen hat die CDU in den vergangenen Jahren ein Zeichen gesetzt. Der Erhalt der St. Josefs-Klinik als Geriatrie-Kompetenzzentrum ist uns ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Wir werden unseren Beitrag dazu leisten, mit attraktiven Rahmenbedingungen auch Pflegepersonal einen Anreiz zu bieten, in unseren Kliniken zu arbeiten, um unseren Beitrag zu leisten, einem Pflegenotstand im Hochtaunuskreis entgegenzuwirken. Einen wichtigen Beitrag hierzu leistet das neue Personalwohnheim auf dem Campus der Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg.

IV. Schule und Bildung

In den vergangenen 20 Jahren hat der Hochtaunuskreis rund 900 Mio. in das Programm „Schulen für das 21. Jahrhundert“ investiert. Daran wollen wir auch in Zukunft festhalten, um den Schülerinnen und Schüler die bestmögliche Ausstattung in einem optimalen Lernumfeld bieten zu können.

Wer über gute Bildung verfügt hat bessere Chancen im Leben. Sie entscheidet maßgeblich über den beruflichen und persönlichen Werdegang und spielt auch für die Integration eine zentrale Rolle.

Investitionen in Schulen, Bildung und Betreuungsangebote sind für die CDU daher ein wichtiger Beitrag zur Zukunftssicherung – sowohl im Hinblick auf die Lebenschancen des Einzelnen als auch für Wirtschaft und Gesellschaft. Das gilt insbesondere für das Digitale Lernen, dem nicht nur in Zeiten von Corona eine immer größere Bedeutung zukommt.
Die Ausstattung unserer Schulen mit der entsprechenden Technik ist Grundvoraussetzung. Aber auch die Akzeptanz, neue Medien zu nutzen und in den Unterricht einzubinden sowie die kontinuierliche digitale Weiterbildung sind wichtig. Um hier weiter zu kommen, haben Bund und Land Hessen den Digitalpakt geschlossen.

a. Nachhaltige und klimaschützende Bauweise
Bereits heute achtet die CDU Hochtaunus bei Schulneubauten auf eine nachhaltige Bauweise. Aber auch Wärmegewinnung und -erzeugung werden nachhaltig gestaltet. So erfolgt bei verschiedenen Liegenschaften die nachhaltige Wärmegewinnung durch Warmwasserkollektoren und durch Photovoltaikanlagen sowie Erdsondenanlagen. Für die Wärmeerzeugung setzt der Hochtaunuskreis schon länger auf Holzpellet- oder Hackschnitzelheizungsanlagen sowie die Kraft-Wärme-Kopplung (Blockheizkraftwerk), die nachhaltige bzw. regenerative Brennstoffe zur Energie- und Wärmeerzeugung verwenden.

Allerdings kann auch Biogas ein nachhaltiger Brennstoff sein. Wie jüngst bei den Plänen der IGS in Oberursel/Stierstadt soll die Vorbildfunktion des Hochtaunuskreises für nachhaltige Bauweise und ressourcenschonenden Betrieb weiter vorangetrieben werden. Wir legen Wert darauf, dass der Kreis beim Neubau auf Energieeffizienz und den Klimaschutz achtet. Dies sollte auch ein wesentliches Kriterium bei der Bewertung der Architekturwettbewerbe sein, die der Kreis regelmäßig durchführt, um die für den Standort optimale Architektur wählen zu können. Sehr erfolgreich in dieser Hinsicht war auch der Architektenwettbewerb bei dem Neubau der Grundschule Königstein. Denn der Grundsatz „kurze Beine brauchen kurze Wege“ ist für uns ein zentrales Anliegen und zeugt deutlich davon. Wir sind stolz darauf, dass der Hochtaunuskreis seit Jahren ausschließlich auf CO2-neutral produzierten Strom in seinen Liegenschaften setzt. Auch bei Modernisierungen sollen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden

b. Digitale Lernangebote für den Unterricht
Gerade die Coronapandemie mit allen Herausforderungen für die Schulen, die Schülerinnen und Schüler wie auch die Eltern mit Präsenzunterricht aber auch notwendigem virtuellen Unterricht hat gezeigt, dass der schon laufende Ausbau digitaler Lehrangebote forciert werden muss. Dafür werden wir uns einsetzen und die notwendigen Mittel bereitstellen und die Mittel des Digitalpakts Schule ergänzen, um in ihre digitale Infrastruktur zu investieren. Dem Hochtaunuskreis als Schulträger stehen aus diesem Fördertopf 15 Millionen Euro zu. Hiermit wird in eine zeitgemäße, mobile und flexible Ausstattung mit digitalem Tafelsystem sowie Lehrer- und Schüler-Tablets investiert.

Klar ist, dass es dabei kein Ziel sein kann, einen rein digitalen Unterricht als Ziel zu verfolgen. Digitale Technik muss ein Bestandteil sein und Pädagogik und pädagogische Konzepte und Unterricht unterstützen. Dazu kann der Hochtaunuskreis als Schulträger die vorhandene gute Ausstattung der Schulen mit Anbindung an ein leistungsfähiges Breitband- und Glasfasernetz sowie Endgeräten weiter unterstützen und forcieren. Wir werden uns beim Land dafür mit Nachdruck einsetzen, dass Lehrerinnen und Lehrer nicht nur im Einsatz der digitalen Techniken geschult werden, sondern dies dann auch tatsächlich vor Ort umsetzen.

Daneben muss sichergestellt sein, dass virtueller Unterricht durch leistungsfähige Videosysteme, durch vorhandene Endgeräte sowie einen dringend notwendigen und guten Support auch funktioniert, wenn es darauf ankommt. Auch hier gilt es zusammen mit dem Land Hessen die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen. Dafür werden wir uns einsetzen und arbeiten. Den eingeschlagenen Weg bei der Digitalisierung an den Schulen, der hessenweite Beachtung findet, möchten wir fortsetzen.

Außer der Ausstattung der Schulen mit Hardware setzen wir uns für eine bedarfsgerechte und schulartspezifische Ausstattung mit Systemen und Software ein. Gerade die beruflichen Schulen haben in unserer hochtechnologisierten Wirtschaft spezifische Anforderungen an Programme, die für die Ausbildung von elementarer Bedeutung sind.

c. Berufsschulzentrum am Bleibiskopf mit Azubiwohnungen
Die beruflichen Schulen sind ein wichtiger Bestandteil in unserer Schullandschaft, daher befürworten wir die Planungen in Oberursel (Taunus) am Bleibiskopf ein Berufschulzentrum zu errichten. Dadurch werden zwischen den einzelnen Fachbereichen sowie in Verbindung mit der Erich-Kästner-Schule Synergien erschlossen. Somit soll es möglich sein an einem Schulstandort alle in Hessen anerkannten Schulabschlüsse zu erwerben. So möchten wir das Angebot neben dem klassischen Gymnasium für den Hochtaunuskreis ergänzen. Erste positive Erfahrungen mit einem Schulcampus konnten in Usingen gesammelt werden. Durch den gemeinsamen Standort der Astrid-Lindgren-Schule, Helmut-Schmidt-Schule, der Paula-Fürst-Schule sowie der Saalburgschule sind ein positives Miteinander und fließende Übergänge zwischen den Schulformen möglich.

Um den Standort und die Auszubildenden weiter zu fördern und zu unterstützen setzen wir uns für ein Wohnheim für Auszubildende als ein Pilotprojekt im Hochtaunuskreis ein. Hierfür wollen wir ortsansässige Unternehmen und Handwerksbetriebe als Kooperationspartner gewinnen. Gemeinsam mit den Wohnungsbauunternehmen im Hochtaunuskreis soll ein Konzept entwickelt werden, welches Wohnkonzepte, Finanzierung etc. umfasst.

d. Stärkung der Kooperation zwischen Schulen und heimischer Wirtschaft

Wir setzen uns für einen stärkeren Austausch von lokalen Unternehmen und Schulen ein. Dies soll zum Ziel haben, dass Schüler nicht nur auf interessante Möglichkeiten "vor der Haustür“ aufmerksam gemacht werden, sondern auch Unternehmen gezielt für sich Werbung machen können, um einen zukünftigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Zusätzlich kann so eine zielgerichtete Berufsorientierung in Zukunftsbereiche vergrößert werden. Ausbildungsmessen haben sich hierfür als sehr erfolgreiche Formate erwiesen.

V. Familienfreundlicher Hochtaunus

Die Betreuung von Kindern ist uns ein besonderes Anliegen. Im Hochtaunuskreis liegt der Bedarf an Betreuungsplätzen deutlich über dem Durchschnitt.

Uns ist ein sicherer Schulweg wichtig, der zusammen mit den Eltern erarbeitet werden soll, deshalb unterstützen wir die Aktion “Sicherer Schulweg” in Anlehnung an das Integrierte Verkehrs- und Mobilitätskonzept der Region Frankfurt/Rhein-Main.

a. Pakt für den Nachmittag ausbauen
Ein qualitatives Betreuungsangebot zu erhalten und auch noch weiter auszubauen ist ein weiteres Ziel. Im Vordergrund stehen dabei der räumliche und der personelle Bedarf. Der räumliche Bedarf ist im Regelfall beim Pakt für den Nachmittag gewährleistet, da bei diesem Modell die Schulräumlichkeiten zur Betreuung genutzt werden können. Für eine qualitativ hochwertige Betreuung möchten wir weiter mit den lokalen Vereinen und Betrieben zusammenarbeiten. Dabei können Synergien z.B. die Möglichkeit für die Vereine über diesen Weg Nachwuchs zu gewinnen entstehen.

b. Ausbau der Ferienbetreuung
Auch in den Ferien muss eine Betreuung für berufstätige Bürgerinnen und Bürger gewährleistet sein. Deshalb möchten wir das Angebot ausbauen. Möglichkeiten sehen wir hier bei der KiT GmbH. Große Chancen bei der Vermittlung von wichtigen Kenntnissen zur Natur und der Region sehen wir auch bei einer Zusammenarbeit mit dem Naturpark Taunus bei gezielten Projekten.

c. Kindertagespflege
Der Kreis unterstützt weiterhin die Tagespflegekräfte und bietet damit eine Ergänzung zu den Kindertagesstätten vor Ort. Die Kindertagespflege kann in familiärer Umgebung und mit flexiblen, bedarfsgerechten Betreuungszeiten eine wertvolle Ergänzung der Kinderbetreuung vor Ort gewährleisten.

VI. Digitalisierung

Die Digitalisierung betrifft inzwischen all unsere Lebensräume. Durch die Coronakrise haben wir erfahren, dass Home-Office für viele Berufe eine Alternative für die tägliche Fahrt ins Büro ist. Aber auch in den Schulen wurde das Home-Schooling unterschiedlich umgesetzt. Eltern haben durch ihren Beitrag neben dem Homeoffice viel dazu beigetragen, dass Homeschooling funktionierte, wir setzen uns für eine zeitnahe Fortführung der IT Bereiche ein. Hierbei bedarf es sicherlich noch einer Optimierung und einheitlichen Vorgehensweisen. Uns ist jedoch auch bewusst geworden, wie wichtig der persönlich soziale Austausch ist. Digitalisierung bedeutet jedoch nicht nur neue Technologien umzusetzen. Es bedarf eines ganzheitlichen Konzeptes, welches einen Mehrwert für die Nutzerinnen und Nutzer darstellt.

a. Digitale Behördengänge
Mit dem Online-Zugangsgesetz hat der Hochtaunuskreis die Herausforderungen der digitalen Verwaltung angenommen. Durch die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung werden Bürger, Unternehmen und die Verwaltung entlastet. Das verwaltungsinterne Handeln wird flexibler. Eine gut durchdachte Kombination aus Back- und Front-Office ist wichtig, um den Anliegen der Bürgerinnen und Bürgern gerecht zu werden. Durch die Digitalisierung und den damit einhergehenden autonomen Antrags- und Entscheidungsprozessen werden Verwaltungsprozesse verschlankt und optimiert. Entscheidend ist, dass die Bürgerinnen und Bürger aber auch die ansässigen Unternehmen im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Für sie muss das Ziel sein, den Zugang zur Verwaltung zu verbessern und zu vereinfachen und im Idealfall unnötige Wege zu vermeiden, d.h. die bereitgestellte Infrastruktur muss einerseits praktikabel sein als auch hohen Sicherheitsstandards genügen. Ein ganzheitliches Konzept zur Umsetzung der digitalen Prozesse und Neuerungen sowie das Übernehmen von erprobten Lösungen ist dabei wichtig.

b. Breitband und Mobilfunk
Für ein funktionierendes digitales System benötigen wir eine zuverlässige Breitband- und Mobilfunklösung. Dies zählt aus unserer Sicht zur Grundversorgung. Der Hochtaunuskreis ist schon heute einer der am besten mit Breitband abgedeckten Landkreise Deutschlands mit nahezu 100 %. Wir setzen uns dafür ein, dass auch das Mobilfunknetz, möglichst im 5G-Standard und das mobile Internet leistungsfähig und flächendeckend ausgebaut werden. Auch die letzten weißen Flecken bei der Breitbandversorgung werden wir schrittweise in allen 13 Kommunen schließen. Alle Haushalte müssen mit Breitbandinternet versorgt werden. Der Ausbau hat bereits begonnen und soll im Jahr 2025 abgeschlossen sein.

VII. Wirtschaft

Die Region FrankfurtRheinMain ist einer der wirtschaftsstärksten in ganz Europa. Durch die polyzentrische Struktur profitieren die Kommunen rund um Frankfurt enorm. Auch im Hochtaunuskreis haben viele große und mittelständische Unternehmen ihren Sitz. Die von der Corona-Pandemie ausgehenden Herausforderungen gilt es in naher Zukunft gezielt zu adressieren, und gleichzeitig die Chancen eines Strukturwandels gewinnbringend langfristig strategisch einzusetzen.

a. Stärkung der heimischen Unternehmen und Betriebe
Regional und lokal sind auch die Faktoren bei der Wirtschaftskraft. Der Fachkräftemangel ist im gesamten Kreisgebiet zu spüren. Daher müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen, um den Menschen ein gutes Umfeld zu bieten. Das sind, neben unserer ausgezeichneten Lage, der hohen Lebensqualität im Hochtaunuskreis, Faktoren wie bezahlbarer Wohnraum, Co-Working-Spaces, Netzwerk-Initiativen, die Optimierung Rahmenbedingungen für die Nutzung des Home-Office. Daneben müssen wir die Möglichkeiten der Ausbildung neuer Fachkräfte, die gezielt im Hochtaunuskreis benötigt werden, vor Ort ermöglichen.

Gemeinsam mit der Taunus-Sparkasse wollen wir heimischen Unternehmen und Gewerbetreibenden ein Partner der Wirtschaft sein. Wir möchten den bürokratischen Aufwand und somit Hürden minimieren, hierzu sollen z.B. die landesgesetzlichen, mittelstandsfreundlichen Ausschreibungsgrenzen bei freihändiger Vergabe und beschränkter Ausschreibung dauerhafte Anwendung finden. Dazu eröffnet das hessische Vergabegesetz hervorragende Möglichkeiten, rechtssicher durch freihändige und beschränkte Vergabe von Bauaufträgen, die regionalen Wertschöpfungsketten und damit kommunale Wirtschaftsstandorte zu stärken.
Wir setzen uns hier für pragmatische Prozesse ein - praktikables und einfaches Vergaberecht, kleine Einzellose und Anwendung von kommunal nutzbaren Ausschreibungskriterien zur Schaffung und Sicherung örtlicher Arbeits- und Ausbildungsplätze. Es muss auch kleinen Unternehmen möglich sein, sich an Ausschreibungen zu beteiligen ohne tagelang Papier zu wälzen.

Wichtig ist uns an dieser Stelle, dass Städte und Kommunen weiterhin Investitionen tätigen, um die Vielfalt der heimischen Wirtschaft zu erhalten.

Wir stehen für die Modernisierung, Digitalisierung und die Weiterentwicklung der technischen Infrastruktur, und zwar anwenderfreundlich und ressourcenschonend. Corona hat auch hier gezeigt, dass vieles digital möglich ist. Daher streben wir nach Möglichkeiten einen bürgerfreundlichen Austausch zu etablieren, der bestehende Infrastruktur optimal ergänzt.
Wir möchten uns für eine gemeindeübergreifende Strukturpolitik einsetzen, denn Unternehmen brauchen Gewerbeflächen und Immobilien zu bezahlbaren Preisen.

Gemeinsam mit den Unternehmen wollen wir wirksame Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Unternehmen schaffen. Zusammen mit relevanten Akteuren wollen wir kommerzielle Co-Working-Spaces für Unternehmen, Neugründern und Bürgern schaffen und dabei entsprechende Förderprogramme des Landes nutzen.
Auch die Grundsteuerreform sollte sich positiv auf die Ausweisung neuer Gewerbegebiete und Wohngebiete auswirken.

Wir setzen uns dafür ein, zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln, die eine Steigerung der Aufenthalts- und Einkaufsqualität sowie die Anbindung für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer im gesamten Kreisgebiet ermöglicht. Dabei muss der ansässige inhabergeführten Einzelhandel als auch Gastronomie wegen längeren Schließungen gezielt gestärkt werden.

Die Region FrankfurtRheinMain ist einer der wirtschaftsstärksten in ganz Europa. Durch die polyzentrische Struktur profitieren die Kommunen rund um Frankfurt enorm. Auch im Hochtaunuskreis haben viele große und mittelständische Unternehmen ihren Sitz. Die von der Corona-Pandemie ausgehenden Herausforderungen gilt es in naher Zukunft gezielt zu adressieren, und gleichzeitig die Chancen eines Strukturwandels gewinnbringend langfristig strategisch einzusetzen.

a. Stärkung der heimischen Unternehmen und Betriebe
Regional und lokal sind auch die Faktoren bei der Wirtschaftskraft. Der Fachkräftemangel ist im gesamten Kreisgebiet zu spüren. Daher müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen, um den Menschen ein gutes Umfeld zu bieten. Das sind, neben unserer ausgezeichneten Lage, der hohen Lebensqualität im Hochtaunuskreis, Faktoren wie bezahlbarer Wohnraum, Co-Working-Spaces, Netzwerk-Initiativen, die Optimierung Rahmenbedingungen für die Nutzung des Home-Office. Daneben müssen wir die Möglichkeiten der Ausbildung neuer Fachkräfte, die gezielt im Hochtaunuskreis benötigt werden, vor Ort ermöglichen.

Gemeinsam mit der Taunus-Sparkasse wollen wir heimischen Unternehmen und Gewerbetreibenden ein Partner der Wirtschaft sein. Wir möchten den bürokratischen Aufwand und somit Hürden minimieren, hierzu sollen z.B. die landesgesetzlichen, mittelstandsfreundlichen Ausschreibungsgrenzen bei freihändiger Vergabe und beschränkter Ausschreibung dauerhafte Anwendung finden. Dazu eröffnet das hessische Vergabegesetz hervorragende Möglichkeiten, rechtssicher durch freihändige und beschränkte Vergabe von Bauaufträgen, die regionalen Wertschöpfungsketten und damit kommunale Wirtschaftsstandorte zu stärken.
Wir setzen uns hier für pragmatische Prozesse ein - praktikables und einfaches Vergaberecht, kleine Einzellose und Anwendung von kommunal nutzbaren Ausschreibungskriterien zur Schaffung und Sicherung örtlicher Arbeits- und Ausbildungsplätze. Es muss auch kleinen Unternehmen möglich sein, sich an Ausschreibungen zu beteiligen ohne tagelang Papier zu wälzen.

Wichtig ist uns an dieser Stelle, dass Städte und Kommunen weiterhin Investitionen tätigen, um die Vielfalt der heimischen Wirtschaft zu erhalten.

Wir stehen für die Modernisierung, Digitalisierung und die Weiterentwicklung der technischen Infrastruktur, und zwar anwenderfreundlich und ressourcenschonend. Corona hat auch hier gezeigt, dass vieles digital möglich ist. Daher streben wir nach Möglichkeiten einen bürgerfreundlichen Austausch zu etablieren, der bestehende Infrastruktur optimal ergänzt.
Wir möchten uns für eine gemeindeübergreifende Strukturpolitik einsetzen, denn Unternehmen brauchen Gewerbeflächen und Immobilien zu bezahlbaren Preisen.

Gemeinsam mit den Unternehmen wollen wir wirksame Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Unternehmen schaffen. Zusammen mit relevanten Akteuren wollen wir kommerzielle Co-Working-Spaces für Unternehmen, Neugründern und Bürgern schaffen und dabei entsprechende Förderprogramme des Landes nutzen.
Auch die Grundsteuerreform sollte sich positiv auf die Ausweisung neuer Gewerbegebiete und Wohngebiete auswirken.

Wir setzen uns dafür ein, zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln, die eine Steigerung der Aufenthalts- und Einkaufsqualität sowie die Anbindung für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer im gesamten Kreisgebiet ermöglicht. Dabei muss der ansässige inhabergeführten Einzelhandel als auch Gastronomie wegen längeren Schließungen gezielt gestärkt werden.

b. Stärkung der Wirtschaft durch Standortvermarktung
Vor allem kleinere Kommunen können sich teilweise keine eigene Wirtschaftsförderung leisten. Dabei bieten sie für Firmen mitunter hervorragende Rahmenbedingungen für eine Standortansiedlung. Wir sehen hier den Kreis in der Verpflichtung diese Kommunen bei Unterstützung vor allem bei der Akquise und Umsetzung. Durch neue vielfältige und nachhaltige Gewerbestandorte profitiert der Hochtaunuskreis sowohl durch Gewerbesteuereinnahmen als auch durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze außerhalb des Ballungsgebietes.

c. Wirtschaftsförderung
Inmitten der starken Wirtschaftsmetropolregion FrankfurtRheinMain ist der Hochtaunuskreis ein attraktiver Wirtschaftsstandort für Unternehmen. Wir unterstützen Kommunen bei ihrer Wirtschaftsförderung. Zudem fördern wir projektbezogene Vorhaben von den Kommunen des Hochtaunuskreises sowie der Gründerszene.

VIII. Wohnen

Das Thema Wohnen hat gerade in der Metropolregion FrankfurtRheinMain eine besondere Bedeutung. Vor allem bezahlbarer Wohnraum ist aufgrund der wachsenden Attraktivität des Hochtaunuskreises ein rares Gut, auch für Normalverdiener. Dies hat Auswirkungen auf die Gesellschaftsstruktur, da sich vor allem junge Menschen und für uns alle wichtige Berufsgruppen wie Pflegepersonal, Erzieherinnen, um nur einmal zwei beispielhaft zu nennen, sich oft die Mieten nicht leisten können.

a. Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – mit Augenmaß
Wir setzen uns dafür ein, dass unter anderem mit Hilfe einer kreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, sodass junge Familien sich auch künftig Wohnraum leisten können. Aktuelle Erfolge konnten wir bereits in Bad Homburg wie auch in Usingen durch die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Usinger Land erzielen. Hier werden Grundstücke mit 30 % beziehungsweise 20 % bezahlbarem Wohnraum entwickelt, die in Kürze zur Verfügung stehen werden.
Darüber hinaus möchten wir auch Eigentum ermöglichen. Zur Erzielung von bezahlbaren Wohnungen unterstützen wir Wohnbauunternehmen bei der Beantragung von Fördermitteln.
Zudem wollen wir die Kommunen dabei unterstützen innerörtliche Potenzialflächen, wie leerstehende oder marode Gebäude zu nutzen, sowie Dachausbauten, soweit es das Umfeld zulässt, ermöglichen. Eine Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalschutzbehörde ist in diesem Kontext zur aktiven Nutzung von historischen Ortskernen geboten.

Wohnraum ist wichtig – aber mit Augenmaß. Die Siedlungsentwicklung muss stets maßvoll erfolgen und die notwendige Infrastruktur muss parallel mit entwickelt werden, auch durch Rahmenverträge mit den Bau-Gesellschaften. Es sollte der Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ im Blick bleiben. Einmal um die Flächenversiegelung im Griff zu halten und zum anderen, um einen Leerstand von Immobilien im Innenbereich zu verhindern. Wir setzen uns für eine sinnvolle, das Stadt- und Ortsbild unterstützende Bauweise ein, die den Erhalt unserer hochwertigen Natur- und Landwirtschaftsflächen berücksichtigt. Gerade aus diesen Überlegungen heraus lehnen wir die Bebauung westlich der A5 durch die Stadt Frankfurt ab.

b. Ganzheitliche Quartiersentwicklung: nachhaltig und innovativ
Neben der grundsätzlichen Schaffung von neuem Wohnraum stehen wir auch für ganzheitliche Quartierskonzepte. Dabei ist uns eine ausgewogene Altersstruktur wichtig. Mehrgenerationenhäuser sind hierbei eine Möglichkeit. Auch die Sozialstruktur ist bei der Siedlungsentwicklung ein wesentlicher Faktor. Eine ausgewogene Mischung verschiedener Wohnmodelle spielt hierfür eine unerlässliche Rolle.

Innovative Konzepte, wie z.B. die Ökosiedlung in Friedrichsdorf, sind uns wichtig. Die Verbindung von Wohnen, Nachhaltigkeit und Mobilität sind die Wegweiser in Richtung Zukunft. Dies ist uns auch bei der Vermarktung der kreiseigenen Flächen ein wichtiges Anliegen.

c. Wohnraum-Plattform
In verschiedenen Städten im Hochtaunuskreis gibt es bereits Initiativen für gemeinschaftliche Wohnprojekte. Diese Initiativen auf kommunaler Ebene möchten wir gerne bei Interesse unterstützen und besser über den gesamten Kreis vernetzen. Wir möchten dazu eine Plattform anbieten, die sowohl die Interessenten als auch Wohnungsgenossenschaften, Wohnbauunternehmen und Grundstückseigentümer an einen Tisch bringen. Hier sollen sowohl Bedarf als auch Vorstellungen der Beteiligten zusammengeführt werden. Ausdrücklich soll sich diese Initiative sowohl an den Miet- als auch Eigentumsbereich richten.

IX. Dezentralität und Nahversorgung

In den vergangenen Jahren hat sich das gesellschaftliche Leben im Hochtaunuskreis immer weiter Richtung Frankfurt orientiert. Dies hat lange Staus und volle Bahnen zur Folge.

a. Konzepte für den ländlichen Raum
Momentan beschränkt sich die Kreisverwaltung auf das Kreishaus in Bad Homburg, mit Ausnahme der KFZ-Zweigstellen Zulassungsstelle in Usingen. Wir setzen uns dafür ein, dass weitere Fachbereiche eine Außenstelle im Usinger Land erhalten. So wäre zumindest eine tageweise Präsenz des Jobcenters und der Bauaufsicht sinnvoll.
Zudem möchten wir für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung Cloud-Arbeitsplätze einrichten. Beim Thema Dezentralität spielt die Nahversorgung eine wichtige Rolle. Es ist wichtig, dass auch im Usinger Land ein ausgewogener Einzelhandel vorhanden ist. Vor allem in kleinen Gemeinden stellt dies die Bürgerinnen und Bürgern immer wieder vor Herausforderungen. Wir möchten sie bei innovativen Projekten unterstützen, wie z.B. bei gemeinschaftlich betriebenen Dorfläden oder auch durch mobile Nahversorgungsbestellzentralen.

b. Regionalität unterstützen
Der Hochtaunuskreis bietet eine Vielzahl an regionalen Erzeugern. Diese müssen unterstützt werden, vor allem bei der Direktvermarktung. Hofläden oder Eierautos müssen präsenter werden. Wir wollen unsere Landwirte und die Landwirtschaft unterstützen. Nur mit einer funktionierenden Landwirtschaft können wir auch in Zukunft eine ausreichende und qualitativ hochwertige Versorgung der Menschen sicherstellen.

Ausflugslokale standen auch schon vor der Pandemie vor der Herausforderung gewinnbringend zu wirtschaften. Mehr als Gastronomie im städtischen Bereich, sind Ausflugslokale vom Wetter abhängig. Zudem werden durch neue gesetzliche Vorgaben die Hürden vor allem für kleine Betriebe immer höher. Wir wollen die kleinen Gastronomen, die die Ausflugsziele erst attraktiv machen, unterstützen und setzen uns für ein Budget zugunsten projektbezogener Unterstützungsmaßnahmen für die Ausflugsgastronomie ein. Neben touristischer Gastronomie ist auch der letzte Gasthof in Ortsteilen von großer Bedeutung. Er bildet den Dreh- und Angelpunkt und ist wichtig für den sozialen Austausch. Ohne einen sozialen Treffpunkt im Ort veröden immer mehr kleine Ortsteile und verlieren ihre Anlaufstelle. Uns liegt die Kultur der Orte am Herzen - deshalb wollen wir die Kleingastronomie unterstützen.

X. Kultur und Tourismus

Kultur verbindet Menschen miteinander und ist ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Entwicklungen. Der Hochtaunuskreis mit seiner reichhaltigen Kulturlandschaft zieht eine Vielzahl von Touristen an. Vor allem bei Tagestouristen sind Ziele wie der Feldberg, der Hessenpark oder auch die Saalburg sehr beliebt.

a. Masterplan Kultur
Im kulturellen Bereich müssen Angebote mit der Zeit gehen. Neue und innovative Ansätze müssen hierbei berücksichtigt werden, um auch die jüngeren Generationen begeistern zu können. Hierfür fordern wir die Erstellung eines Masterplan Kultur, der sich mit Fragen über die Zukunft der kulturellen Entwicklung im Hochtaunuskreis beschäftigt. Wichtig ist uns hierbei, dass Kultur für alle ermöglicht wird und an alle sozialen Strukturen gedacht wird. Hierzu sollen auch barrierefreie Zugänge zu Angeboten ermöglicht werden, bspw. eine Plattform, in der nicht nur Kulturangebote angezeigt werden, sondern auch Online-Übertragungen gefördert werden. Zum Masterplan Kultur gehören auch vorhandene Angebote, die ausgebaut und angepasst werden können, wie u.a. die Förderung attraktiver Kulturangebote für Kinder und Jugendliche und die Zusammenarbeit mit den Kulturinstitutionen in der Region Frankfurt /Rhein-Main. Zudem ist es wichtig, neue Angebot zu schaffen.
Aber auch die alteingesessenen kulturellen Vereine wie Gesangsvereine, Museen oder Theatergruppen tragen zum kulturellen Angebot, zur Vielfalt und vor allem zur Bewahrung der Kultur des Kreises bei. So sind regionale Traditionen, wie zum Beispiel Volksfeste von elementarer Bedeutung, da sie identitätsstiftend wirken. Dieses Angebot verdient eine hohe Wertschätzung und Förderung. All diese Aspekte sollen in einem Konzept und Wegweiser zusammengeführt werden, um so vielfältige und doch einheitliche Leitlinien für die kulturelle Entwicklung im Hochtaunuskreis zu entwickeln. Für die Umsetzung von Angeboten bedarf es jedoch einer finanziellen Sicherheit und gewisser Spielräume.

b. Tourismus fördern
Die Tourismusdestination Taunus bietet schon heute ein umfangreiches und gut ausgebautes Angebot. Neben vielfältigen Wanderwegen erfreuen sich auch Fahrrad Trails großer Beliebtheit. Wichtig ist uns, dass dabei die naturnahe Erholung im Vordergrund steht. Die Wälder voller Naturdenkmäler sollen dabei jedoch geschützt werden. Ein verträglicher Tourismus, der die ursprüngliche Schönheit erhält, ist uns dabei ein Anliegen.
Dabei sollen regionale Produkte und Angebote noch besser vermarktet und eingebunden werden. Wir setzen uns dafür ein, dass vorhandene Potenziale besser genutzt werden können, vorhandene Destinationen in Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden und der Regionalpark GmbH ausgebaut werden, um weitere Attraktionspunkte im Taunus zu schaffen. Dabei können Tourismuspakete helfen, Angebote miteinander verknüpft werden und die Taunus Touristik GmbH eine Plattform zur Verfügung stellen, bei denen die Akteure innerhalb des Kreises voneinander profitieren können. Wir setzen uns dafür ein, dass der Hochtaunuskreis vorhandene Angebote zusammenträgt und ein Netzwerk errichtet wird, an dem die Beteiligten des Bereiches Tourismus sich austauschen. Dazu soll unter anderem mit den örtlichen Hoteliers gesprochen werden, einen weiteren Fokus auf Wochenendtourismus zu setzen und entsprechende Angebote in Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden und Tourismusdestinationen sowie Gastronomen entwickelt werden.

Als besondere Attraktionspunkte können wir uns eine Sommerrodelbahn bzw. einen Aussichtsturm vorstellen. Entsprechende Mittel sollen über die verschiedenen Förderprogramme und Beteiligungen aus dem Bereich Regionalpark und Tourismus akquiriert werden und gegebenenfalls vom Hochtaunuskreis bezuschusst werden.
Zusätzlich wollen wir Anreize zum Tagestourismus innerhalb der Region setzen, in der auch die Ausflugsgastronomie gezielt gestärkt werden soll.

XI. Sicherheit und Ehrenamt

Wir möchten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger im Hochtaunuskreis sicher fühlen und hier gerne leben. Die Sicherheit ist die Aufgabe des Staates.

a. Innere und äußere Sicherheit
Extremismus jeglicher Art treten wir entschieden entgegen. Jede Person, die in Deutschland lebt, muss mit denselben Konsequenzen für sein Handeln leben. Recht und Gesetz gelten für alle gleichermaßen. Sowohl den öffentlichen als auch den privaten Raum gilt es zu schützen. Die Polizeistatistiken belegen, dass wir über eine sehr geringe Kriminalitätsrate verfügen. Trotz dieser tatsächlich positiv festzustellenden Situation weicht das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger jedoch oft hiervon ab. Daher wollen wir uns mit aller Entschlossenheit dafür einsetzen, dass die Menschen bei uns nicht nur sicher sind, sondern sich tatsächlich auch sicher fühlen, denn uns liegt das Wohlergehen und -empfinden der Menschen am Herzen. Ein Ansatz kann das KOMPASS-Programm des Landes sein, welches in einigen Kommunen, wie z.B. in Bad Homburg bereits angestoßen wurde und erfolgreich eingesetzt wird. Wir wollen die Städte und Gemeinden unterstützen, die sich ebenfalls für diesen und ähnliche Ansätze interessieren.

b. Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen
Ein wichtiger Bestandteil, wenn es um das Thema Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger, aber auch der hier ansässigen Firmen geht, ist das ehrenamtliche Engagement im Brand- und Katastrophenschutz und im Rettungsdienst. In unseren Feuerwehren und in den Rettungsdiensten sowie in allen Hilfsorganisationen wird eine wichtige Arbeit für die Menschen in unserer Heimat und für unsere Gesellschaft geleistet. Wir möchten sowohl ehrenamtliche wie auch hauptamtliche Kräfte unterstützen. Dazu bedarf es einer bestmöglichen und modernen Ausstattung, wie auch sehr gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, auch auf Kreisebene. Diese wollen wir gewährleisten. Elementar wichtig ist auch die Nachwuchsförderung. Eine frühzeitige Einbindung von Kindern und Jugendlichen soll dabei helfen Nachwuchs für den Dienst in den Feuerwehren und Hilfsorganisationen zu begeistern. Dazu gehört auch, durch attraktive Angebote sicher zu stellen, dass die in den Jugendabteilungen Aktiven dann auch in die Einsatzabteilungen übergehen.

c. Förderung des Ehrenamts
Nicht erst seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben Vereine mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Neben dem gesellschaftlichen Wandel, der es immer schwieriger macht Mitglieder zu gewinnen und zu halten, wird es zunehmend schwieriger Freiwillige für die ehrenamtlichen Arbeiten in den Vorständen zu finden. Das liegt nicht zuletzt an stetig steigenden Bürokratieanforderungen. Dies geht von immer mehr rechtlichen Anforderungen und Verantwortlichkeiten bis hin zu steuerrechtlichen Herausforderungen. Mit immer komplexeren Fragestellungen beispielsweise in Bereichen wie DSGVO, Aufsichtspflichten oder Arbeitsrecht haben vor allem kleine Vereine zu kämpfen.

Hier wollen wir uns für die Unterstützung unserer Vereine einsetzen, da wir der Überzeugung sind, dass deren Angebot und das gelebte ehrenamtliche Engagement ein wichtiger Baustein für unser Zusammenleben, für unsere Gesellschaft sind. Neben Schulungen für das Ehrenamt in allen Bereichen, wollen wir an einem Sportentwicklungskonzept, zusammen beispielsweise mit dem Sportkreis Hochtaunus oder dem Landessportbund, die ja ebenfalls schon sehr gute Arbeit in diesem Bereich machen, arbeiten.

XII. Soziales

Der Hochtaunuskreis ist vielfältig: Rund 150 Nationen leben und arbeiten hier. Die soziale Schere stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen.

a. Asyl und Integration
Die gesellschaftliche Teilhabe aller ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Integration Aller in unsere christlich geprägte Kultur ist dabei eine große Herausforderung. Interkultureller Austausch spielt für den Aufbau sozialer Kompetenzen und das Verständnis unserer gelebten Werte eine wesentliche Rolle, die wir unterstützen.

b. Inklusion in Schul- und Arbeitsalltag
Auch die Inklusion von beeinträchtigten Menschen ist für eine vielfältige Gesellschaft relevant. Dort wo es möglich und sinnvoll ist, unterstützen wir die Inklusion in der Regelschule. Hierzu unterstützen wir auch weiterhin Schulen mit der regionalen Beratungs-und Unterstützungsstelle (REBUS) dabei, Schüler mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung in den Regelunterricht zu integrieren. Wir stehen aber auch hinter der hervorragenden Arbeit unserer Förderschulen. Mit den zwei Förderschulen, die weit über die Kreisgrenzen begehrt sind, bietet der Hochtaunuskreis eine optimale Förderung für Menschen mit Beeinträchtigung. Durch die dort umgesetzte gezielte Ausbildung können viele Schülerinnen und Schüler nach ihrem Abschluss z.B. in den Oberurseler Werkstätten eine Arbeit finden und ein weitestgehend selbstständiges Leben führen. Dies ist uns wichtig und für die weitere Förderung setzen wir uns ein.

c. Chancengerechtigkeit
Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Wir möchten, dass alle Kinder gerechte und faire Chancen für ihre Zukunft haben – egal aus welchem sozialen Umfeld. Dazu gehören für uns hervorragende Bildungseinrichtungen und eine gute Ausstattung der Lernmittel. Aber auch Klassen- und Bildungsfahrten müssen für alle Schülerinnen und Schüler ermöglicht werden. Dafür setzen wir uns ein.

d. Seniorenhilfe
Im Hochtaunuskreis gibt es heute schon ein gut ausgebautes Netz an Hilfsangeboten für Seniorinnen und Senioren. Dies gilt es zu erhalten und weiterzuentwickeln. Gerade die Corona-Pandemie zeigt uns auf, wo es noch Handlungsbedarf gibt. So sind insbesondere ambulante Angebote in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsorganisationen und dem Roten Kreuz ein Gebiet mit Ausbaupotential, um die vielen pflegenden Angehörigen zu unterstützen und zu entlasten. Mit den Pflegestützpunkten ist hier eine gute Basis geschaffen, aber gerade im Bereich der Unterstützung in der Demenzbetreuung gibt es einen weiteren Bedarf an Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowohl über persönliche Beratung und Betreuung, aber nicht nur in Zeiten von Corona auch über digitale Kanäle oder Telefonhotlines.

Das sehr gute Angebot im Bereich der ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativpflege in Zusammenarbeit mit den Hochtaunus Kliniken und dem Ethikrat Hochtaunus sind hervorzuheben und weiter zu unterstützen. Wir begrüßen auch die neue Kinderhospizbewegung im Hochtaunuskreis ausdrücklich.
Zudem bedarf es neuer Ideen und Lösungsansätze, um Vereinsamung einzelner entgegenzuwirken. Wir setzen uns für die Stärkung von bürgerschaftlichen Initiativen ein, die ein breites Spektrum anbieten, wie zum Beispiel die Förderung eines Generationendialogs.

e. Jugend
Die Jugend ist uns wichtig, weshalb wir ihre Interessen fördern und unterstützen möchten. Deshalb setzen wir uns weiterhin für die Unterstützung des Kreisjugendringes aber auch der Jugendbildungszentren ein.

Besonderen Wert legen wir aber darauf, allen Jugendlichen einen Schulabschluss zu ermöglichen. Den Schwerpunkt sehen wir somit im weiteren Ausbau von Schulkooperationsangeboten und an Unterstützungsangeboten im Übergang von Schule und Beruf. Projekte wie Sprungbrett und "Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf" (OloV) werden seit Jahren im Hochtaunuskreis erfolgreich durchgeführt und haben schon vielen Jugendlichen geholfen. Dafür stehen wir auch weiterhin ein.

XIII. Finanzen

Der Hochtaunuskreis hat durch seine konsequente Haushaltsführung sich eine solide Haushaltslage erarbeitet. Durch maßvolles Agieren nach der letzten Finanzkrise ist es gelungen Defizite abzubauen und ausgeglichenen Haushalte zu erwirtschaften. Somit startet der Hochtaunuskreis ausgeglichen in die nächste Wahlperiode und ohne Auflage durch das Regierungspräsidium.

Allerdings wird der durch die Corona-Pandemie bedingte wirtschaftliche Einbruch den Hochtaunuskreis und seine Städte und Gemeinden vor eine große Herausforderung stellen. Gleichwohl werden wir daran arbeiten die Kreisumlage stabil zu halten. Dank der Hessenkasse konnten mit Hilfe des Landes sämtliche Kassenkredite abgelöst werden. Diese werden in den kommenden 9 Jahren vollständig getilgt werden. Bisher hat der Hochtaunuskreis durch die CDU geführte Regierung umsichtig alle Herausforderungen gemeistert und damit das Fundament für eine stabile Zukunft gelegt.

Um die finanzielle Leistungsfähigkeit des Kreises langfristig beizubehalten, muss Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit die weiterhin oberste Leitlinie der Politik sein. Wir wollen sicherstellen, dass sich die Investitionsschulden des Kreises im Sinne der Generationengerechtigkeit abgebaut werden und ihre langfristige Tilgung sichergestellt ist. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass in der Kreisverwaltung auch weiterhin Kosten durch Effizienzsteigerungen gesenkt werden.