Stellungnahme Verkehrssituation Gemeinde Schmitten & Feldbergregion

Liebe Schmittener,

der Besucheransturm und das Verkehrsaufkommen in der Gemeinde haben heute ein noch nie da gewesenes Ausmaß erreicht. Klar, es ist absolut verständlich, die Menschen wollen raus in die Natur – Lockdown und Ferien – dazu die verlockende Winterlandschaft. Das ist absolut nachvollziehbar. Allerdings muss die Sicherheit von uns allen, Einwohnern und Besuchern gewährleistet sein. An vielen Stellen können die Abstandsregeln nicht eingehalten werden, die Durchfahrt für Rettungsdienst und Feuerwehr ist nicht mehr immer gewährleistet. Teilweise sind Privateinfahrten zugeparkt.

Obwohl ich aktuell noch nicht verantwortlich bin, habe ich mich heute eingeschaltet, nachdem ich mir selbst einen Eindruck von der Lage in der Großgemeinde gemacht habe, insbesondere das Besucher- und Verkehrsaufkommen in Arnoldshain, Schmitten, Niederreifenberg und Oberreifenberg. Zahlreiche Nachrichten und Anfragen von Ihnen haben mich über alle Kanäle erreicht. Auch mit Hartmut Müller, unserem ersten Beigeordneten habe ich gesprochen, der aktuell die Urlaubsvertretung für unseren Bürgermeister macht und als Ehrenamtlicher schon die ganze Woche unermüdlich im Einsatz ist, um die Situation bestmöglich in den Griff zu bekommen. Hartmut Müller steht im ständigen Austausch mit Polizei, Verkehrswacht und Verwaltung.

Während die Verkehrswacht die Sperrungen im Feldberggebiet macht, hat die Polizei heute am Nachmittag die Ortsdurchfahrt Niederreifenberg von beiden Seiten aus dicht gemacht. Auch der Burgweg wurde gesperrt. Daraufhin hat sich die Situation am Pechberg deutlich entspannt. Diese Maßnahme wurde auch bereits gestern Nachmittag getroffen. Zusätzlich wurde auch die Zufahrt aus Neu-Anspach kommend bei Dorfweil am Nachtmittag gesperrt. Wichtig wäre, hier auch am morgigen Sonntag frühzeitig dicht zu machen.

Ich habe heute mit dem Landrat telefoniert und auch dafür gesorgt, dass der hessische Innenminister informiert wurde. Wir brauchen dringend und sehr kurzfristig die Unterstützung von Bereitschaftspolizei, da unsere Polizeikräfte in der Region bereits vollständig ausgelastet sind. Ich bleibe von meiner Seite aus weiter dran.

Ab Montag wird Bürgermeister Kinkel wieder im Einsatz sein und sollte sich dann mit den zuständigen Stellen abstimmen und weitere kurzfristige Maßnahmen prüfen und einleiten. Da der Besucherstrom aufgrund von Lockdown, Ferien und guter Winterwetterprognose bis zum 10. Januar sicherlich nicht abnehmen wird, ist hier Eile geboten.

Zu den Sperrungen im Feldberggebiet und möglichen Durchfahrtmöglichkeiten für Anwohner:

Das Feldberggebiet musste aufgrund von Schneebruchgefahr gesperrt werden. Diese Sperrung aus Sicherheitsgründen gilt für alle. Auch wir Schmittener müssen über Glashütten Richtung Königstein und über Neu-Anspach und die Saalburg Richtung Bad Homburg ausweichen. Ich habe Stimmen gehört, die bezweifeln, ob diese Sperrung wirklich nötig ist, und die für Anwohner eine Durchfahrtgenehmigung fordern. Nun, wir alle wissen, wie der dritte Dürresommer in Folge unseren Fichten zugesetzt hat. Jetzt der schwere Schnee. Die Situation ist mit früheren Wintern nicht vergleichbar. Der Forst hat hier eindringlich gewarnt und die Behörden nehmen diese Warnung ernst. Das sollten wir auch tun.

Die aktuellen Informationen finden Sie auf der Seite der Gemeinde Schmitten: https://www.schmitten.de/gv_schmitten/Aktuelles/Presse/Stra%C3%9Fensperrungen%20im%20gesamten%20Feldberggebiet/

Ausblick

Nach meinem Amtsantritt am 17/2/2021 wird es eine meiner ersten Prioritäten sein, ein funktionierendes Besucher- und Verkehrslenkungskonzept für den Feldberg und die Gemeinde Schmitten zu entwickeln, denn es geht nicht nur um die Besucher im Winter – zu jeder Jahreszeit ist der Taunus attraktiv. Dies in enger Abstimmung und Kooperation mit dem Kreis, den Nachbargemeinden und den betroffenen Stellen. Auch darüber habe ich bereits mit dem Landrat gesprochen. Wir müssen aus Schmitten heraus hier die Initiative ergreifen. Parken, Müll, Hygiene – Dies alles muss adressiert werden und es braucht endlich ein Konzept, wie davon auch die Gemeinde Schmitten profitiert.

Abschließend möchte ich mich bei Hartmut Müller herzlich dafür bedanken, dass er in dieser schwierigen Woche die Stellung gehalten hat. Ein großes Dankeschön auch an die Ehrenamtlichen von der Verkehrswacht, die Polizei und alle, die helfen, die Situation bestmöglich in den Griff zu bekommen.

Julia Krügers

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