Am 23. und 24.August unternahm die SeniorenUnion Wehrheim eine 2 Tagesfahrt zu einer der schönsten und meist besuchten Burgen Europas, des Stammsitzes der preußisch-brandenburgischen sowie der fürstlich-katholischen Linie des Hauses Hohenzollern.

Auf dem Hinweg machten wir zunächst Station im Kloster Maulbronn, wo wir an einer Führung durch das Kloster teilnahmen.
Es handelt sich dabei um eine ehemaligen Zisterzienserabtei in der Ortsmitte von Maulbronn, einer Kleinstadt südlich des Odenwalds und nördlich des Schwarzwalds, nicht weit entfernt von Pforzheim.
Maulbronn gilt als die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen. Die Zisterzienser begannen Mitte des 12. Jahrhunderts mit dem Bau – über die Jahrhunderte entstand eine riesige Klosterstadt. Seit 1993 gehört das Kloster zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Das eindrucksvolle Kloster mit seinen grandiosen Baudenkmalen ist nur ein Teil des Ganzen. Denn hier in Maulbronn haben sich auch die Wirtschaftgebäude seit der Zeit der Zisterziensermönche erhalten, Werkstätten und Speicher, Wohnhäuser Mauern und Türme. Fachwerkbauten vom späten Mittelalter bis ins 19.Jahrhundert reihen sich dicht an dicht zu einer ganzen Klosterstadt.
Seit 5 Jahrhunderten wohnen und lernen hier die Schüler des Evangelischen Seminars. Bis heute sind hier mehrere bekannte Absolventen hervorgegangen, unter ihnen Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse.

Nach einem ordentlichen Mittagessen fuhren wir weiter zu unserem Zielort Hechingen. Am nächsten Morgen, nach der Übernachtung in einem sehr angenehmen Hotel, wurden wir um zu einer Führung auf der Burg Hohenzoller erwartet.

Die Burg Hohenzollern ist die Stammburg des Fürstengeschlechts und des ehemals regierenden preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses der Hohenzollern.
Die Gipfelburg liegt auf dem 855 Meter hohen, isolierten Bergkegel des Hohenzollern. Von hier aus eröffnet sich einer der schönsten Rundblicke von einer deutschen Höhenburg
Das Bauwerk, das fast die ganze Bergkuppe bedeckt, besteht hauptsächlich aus vier Elementen: den Befestigungsanlagen, dem Schlossgebäude, den Kapellen und dem Burggarten..
Bei einem Erdbeben am 3. September 1978 wurde die Burg Hohenzollern schwer beschädigt. Die Restaurierungsarbeiten zogen sich bis in die 1990er Jahre hin.
Die erste Burg
Die erste mittelalterliche Burg der Grafschaft Zollern, die 1267 erstmals erwähnt wurde, geht vermutlich auf das 11. Jahrhundert zurück. Sie wurde 1423 nach fast einjähriger Belagerung erobert und vollständig zerstört.
Die zweite Burg
Nach einem Neubau ab 1454 wurde die Burg im Dreißigjährigen Krieg, obwohl zur starken Festung ausgebaut, 1634 von den Württembergern erobert und vorübergehend besetzt. Nach dem Krieg war sie überwiegend in habsburgischem Besitz, bevor sie während des Österreichischen Erbfolgekriegs im Winter 1744/45 von französischen Truppen besetzt wurde. Nach dem Abzug der letzten österreichischen Besatzung 1798 verfiel die Burg, Anfang des 19. Jahrhunderts war sie eine Ruine. Als einziger nennenswerter Teil war die St. Michaelskapelle erhalten geblieben.
Die dritte Burg
Nach 1819 begann König Friedrich Wilhelm IV. den Wiederaufbau der Burg. 1867 wurde der Bau unter König Wilhelm I. von Preußen von beiden Zweigen des Hauses Hohenzollern vollendet und eingeweiht und befindet sich bis heute in deren Privatbesitz.

Zum einen ist die Burg Hohenzollern das Ergebnis politischen Repräsentationswillens der Herrscher von Preußen, die die Stammburg ihrer Ahnen in prunkvoller Form wiederaufgebaut sehen wollten. Zum anderen ist die Burg Ausdruck des romantischen Geistes jener Zeit und verkörpert die damalige Idealvorstellung einer mittelalterlichen Ritterburg.
Die Burg war nach dem Wiederaufbau niemals für längere Zeit bewohnt, sie hatte ausschließlich repräsentative Funktion.

Seit 1952 wurde die Burg zusätzlich mit Kunstgegenständen und Erinnerungsstücken zur preußischen Geschichte aus dem Besitz der Familie und dem ehemaligen Hohenzollernmuseum im Schloss Monbijou ausgestattet. Während der Führung konnten wir
die Schau- und Prunkräume der Burg besichtigen – mit über 300.000 Besuchern pro Jahr eine touristische Attraktion. Höhepunkt ist die Schatzkammer, in der wertvolle kunsthistorische Gegenstände zu entdecken sind, darunter das kostbare Tafelsilber und Porzellan, die Tabakdosen Friedrichs des Großen, sein Uniformrock mit dem legendären Einschussloch, das prächtige Hofkleid der Königin Luise von Preußen sowie die preußische Königskrone.

Nach dem Besuch der Burg gab es im „Hofgut Domäne“ in Hechingen ein gutbürgerliches & schwäbisches Mittagessen. Danach traten wir den Heimweg an und trafen gegen Uhr 20:00 in Wehrheim ein.

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Sebastian Sommer

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